02.02.2017

Simone & Leander

Am 16. September 1980 machten sich Simone und Leander unabhängig voneinander auf den Weg zur Hörnlihütte am Fusse des Matterhorns. Simone wuchs in der Stadt Luzern auf und arbeitete als Saisonangestellte in Zermatt, Leander ist Zermatter und lebte seit klein auf im Dorf.

Beide wollten am darauffolgenden Tag den bekanntlich schönsten Berg der Welt besteigen. Sie kannten sich noch nicht, aber teilten zusammen mit ihren Bergführern ein „Schlag“ (Mehrbettzimmer in Berghütten). Der Aufbruch war wie gewöhnlich gegen 05:00 Uhr geplant, was die Männer nicht davon abhielt, bis morgens um 02:00 Uhr zu plaudern. Simone hatte sich bereits ins Bett gelegt. Abgesehen von ein paar neckischen Bemerkungen wechselten die Beiden nicht viele Worte miteinander.

An den Aufstieg erinnert sich Leander gut: „Beide Seilschaften waren etwa gleich schnell und beim Überholen hatte ich stets einen faulen Spruch auf Lager“

Auf dem Gipfel war aber Schluss mit den Witzen. Leander wollte ein Foto mit Simone machen und sagte ihr, dass er sie eines Tages heiraten werde – einfach so.   

Danach sammelte Leander Rosen in jedem Blumengeschäft von Zermatt und verschickte einen grossen Bund mit anonymem Absender. Die Geschichte nahm ihren Lauf.

„Eineinhalb Jahre später, wir waren gerade in Afrika unterwegs, langweilte sich Leander und entschloss kurzerhand, Verlobung zu feiern“ lacht Simone. 1982 heirateten die beiden am Vierwaldstädtersee. Seither führen sie das Bergrestaurant Blatten, sind Eltern von vier Kindern und bereits Grosseltern.

Leanders abschliessender Tipp: „Wenn man die Liebe finden will, muss man einfach aufs Matterhorn“